Luo Lingyuan

Die Sterne von Shenzhen


1. Kapitel

Wenn sie den Mund aufmacht, regnet es Rosenblätter vom Himmel

Im Bankettsaal des Hotels Yangguang herrscht Hochbetrieb. Auf dem großen Bildschirm an der Stirnseite des Saals strahlt in dezentem Blau der Name Tenglong. Darunter das Firmenlogo: ein emporsteigender, blau-silberner Drache. Alle Plätze im Saal sind besetzt, nur der runde Tisch ganz vorn in der Mitte ist noch frei.
Heißer Tee und kalte Vorspeisen werden serviert. An vierzig Tischen sitzen vierhundert Chinesen und unterhalten sich lautstark. Bei dieser Größenordnung ist es kein Wunder, dass der Saal einem brodelnden Kessel gleicht. Alle Gäste sind Angestellte von Tenglong, und die meisten von ihnen sind auffällig jung. Sie sehen aus, als kämen sie frisch von der Uni.
Während sie Sojabohnen und Seequallen essen, betreten mehrere Männer in dunklen Anzügen und Frauen in Schneiderkostümen den Raum und gehen zielstrebig auf den reservierten Tisch zu. Die Frauen sind allerdings zahlenmäßig in der Minderheit. Lautlos schließen sich die Türen hinter ihnen.
Die Angestellten sind still geworden, sie legen die Ess-Stäbchen nieder und wischen sich hastig den Mund ab. Als sich die Neuankömmlinge vor dem Bildschirm aufbauen, erheben die Angestellten sich von den Plätzen und klatschen. Vor ihnen stehen die wichtigsten Männer und Frauen der Firma. In ihrer Mitte Dai Xingkong, der Gründer und Generaldirektor von Tenglong, der Arbeitgeber der Anwesenden. Eine Videokamera filmt ihn und wirft sein Ebenbild in Übergröße auf den Plasmaschirm hinter ihm, sodass man ihn auch in den hinteren Reihen gut sehen kann.
Dai ist ein schlanker, feingliedriger junger Mann mit einem schmalen, intelligenten Gesicht. Hinter seiner breiten Brille sieht er nicht wie ein Unternehmer, sondern selbst fast noch wie ein Student aus.
Ein Mann mit schulterlangem Haar kommt von der Seite, stellt sich zwischen das Management und die Angestellten, und macht eine Geste, die an die eines Dirigenten erinnert. Im Hintergrund drückt jemand auf eine Taste, und es ertönt die Betriebshymne: Tenglong steigt gen Himmel. Das »Drachenlied« wird sie von den Mitarbeitern genannt.
Der Mann mit dem schulterlangen Haar gibt ein weiteres Zeichen. Die Anwesenden blicken feierlich geradeaus und singen alle laut mit:

Ein starker Wind verweht die Wolken,
die Erde birst, der Drache steigt gen Himmel.
Wir, die Drachenkinder, ein Herz und eine Seele,
singen wie aus einer Kehle:
Wir fliegen durch Sturm und Gewitter,
Wir vollbringen himmlische Wunder!

Nachdem die Hymne verklungen ist, zieht sich die Managerriege zwei Schritte zurück. Dai Xingkong dagegen tritt vor und stellt sich hinter das Rednerpult. Erneut bricht im Saal Beifall aus. Der junge Mann lächelt und gibt seinen Angestellten ein Zeichen, sich wieder zu setzen.
»Liebe Kollegen, liebe Freunde«, sagt er ins Mikrofon. Seine Stimme klingt ein wenig zart, doch die Worte sind klar und verständlich. »Aus dem ganzen Land sind wir heute zusammengekommen, um ein erfolgreiches Jahr abzuschließen und den Beginn des neuen Jahres, 1997, gemeinsam zu feiern.«
Dai macht eine kurze Pause, und seine Angestellten füllen sie mit Applaus.
»Wir haben Grund, uns zu freuen, denn im vergangenen Jahr haben wir den weitaus besten Umsatz seit Gründung der Firma erzielt.«
Begeisterter Beifall rauscht durch den Saal.
Der Generaldirektor geht in seiner Neujahrsansprache schnell ins Detail. Der Betrieb sei deshalb erfolgreich, weil alle Abteilungen hervorragende Arbeit geleistet hätten: Forschung und Design, Produktion, Marketing und Verkauf, Presseabteilung und Werkssicherheit … Alle Abteilungen werden einzeln gelobt. Besondere Erwähnung finden die Mitarbeiter der Filialen in den anderen Provinzen, die heute nicht mitfeiern können.
Wenn er auf die Produkte der Firma zu sprechen kommt, redet Dai einmal von Softwareprogrammen, einmal von traditioneller chinesischer Medizin, was aber niemanden erstaunt. Denn alle wissen: Tenglong ist auf zwei höchst unterschiedlichen Geschäftsfeldern tätig. Mit dem einen Bein steht die Firma im Gesundheitswesen, mit dem anderen im Computergeschäft. Insgesamt hat Tenglong mehr als fünfzig Produkte auf dem Markt. Auch wenn Computer und Gesundheit auf den ersten Blick nicht so recht zueinanderzupassen scheinen, Tatsache ist: Die Firma floriert. Dai Xingkong ist raketengleich in den Himmel gestiegen und wird als einer der reichsten Privatunternehmer der VR China gehandelt. Unter den Festland-Chinesen setzt ihn Forbes auf Platz 18.
Doch Dai weiß genau, wem er seinen Reichtum verdankt. Deshalb ruft er jetzt einzelne Mitarbeiter zu sich auf die Bühne und lobt ihre Leistungen. Kaum betritt einer der Helden die Bühne, geht eine hübsche junge Frau in einem roten geschlitzten chinesischen Kleid auf ihn zu, steckt ihm eine rote Seidenblume an die Brust und führt ihn zu Dai.
Als Dai auf den sechsten Helden, genauer gesagt, auf die sechste Heldin, zu sprechen kommt, wirft er einen bedeutungsvollen Blick in die Richtung, wo die Handelsvertreter der Firma sitzen.
»Unser neues Vertriebskonzept Vom Mitarbeiter zum Millionär ist ein Riesenerfolg. Besonders unsere Vertreter im Bereich Medizin sind so fleißig und kreativ bei der Arbeit, dass sie den gesamten Umsatz des Vorjahres bereits in den ersten drei Monaten von 1996 erreicht haben. Ich freue mich daher, dass unsere besten Außendienstmitarbeiter heute zu uns nach Shenzhen gekommen sind, um mit uns zusammen zu feiern.«
Der Generaldirektor schaut zu einigen Tischen auf der linken Seite hinüber und macht eine huldigende Handbewegung. Die Vertreter, die gemeint sind, stehen auf und verneigen sich leicht. Der Rest schaut zu ihnen hinüber und klatscht. Es dauert einen Augenblick, bis sie sich wieder gesetzt haben.
»Eine von Ihnen hat dieses Jahr durch ihre herausragenden Leistungen über zweihunderttausend Yuan an Provisionen verdient«, verkündet der zierliche Mann. »Sie ist tatsächlich auf dem besten Weg, zu unserer ersten Außendienst-Millionärin zu werden. Ich bitte Jian Roula aus Anhui zu mir auf die Bühne.«
Der Generaldirektor macht eine Handbewegung, als wäre er ein Zauberer und wollte den Mond an den Himmel zaubern. Erneut drehen sich alle Köpfe in die Richtung, in die er gezeigt hat.
Im mittleren Bereich des Saals erhebt sich eine junge Frau im Abendkleid und geht, von Applaus und Jubelrufen begleitet, nach vorne. Sie hat eine ruhige, sanfte Art, sich zu bewegen, als wäre sie gerade dem Wasser entstiegen. Und wie sie sich wendet und leicht in verschiedene Richtungen verbeugt, erinnert an den Tanz einer Weidenrute im Wind. Auch ihr steckt die Assistentin eine granatapfelgroße rote Seidenblume an das kurze Jäckchen.
An einem anderen runden Tisch auf der rechten Seite des Saals sitzen die Mitarbeiter der Software-Entwicklung im Kreis. Unter ihnen sind nur zwei Frauen, die eine mit dicker Brille, die andere mit grauen, blutleeren Lippen. Aber die Männer haben ohnehin nur Augen für Roula.
»Mensch! Die verdient ja viermal so viel wie wir«, sagt Li Bing nicht ohne Neid, während seine Hände klatschen. »Aber das ist ja kein Wunder. Mit so einem Gesicht kann man nicht nur den Gehirnmarschall zum Knüller machen, damit kann man den Leuten alles andrehen.«
Der Gehirnmarschall ist ein chinesischer Kräutersirup, der dem menschlichen Gehirn wertvolle Nährstoffe liefern soll. Seit ihn Tenglong vor einem Jahr auf den Markt gebracht hat, bricht dieses Produkt einen Verkaufsrekord nach dem anderen. Millionen von Ein-Kind-Familien, die natürlich alle Wunder von ihrem Nachwuchs erwarten, greifen eifrig nach dem bräunlich-goldenen Saft. Wenn es nicht die Mutter ist, die ihrem Sohn das Wundermittel einflößt, dann ist es die Großmutter. So wurde der Gehirnmarshall zu einem der erfolgreichsten Einzelprodukte der Welt, auch wenn er außerhalb Chinas vollkommen unbekannt blieb. Einige Wochen lang stand er sogar auf Platz eins der chinesischen Bestsellerliste.
»Ich habe gehört, die Zunge ist das wirkliche Wunder an dieser Frau«, flüstert Chen Bairu. »Wenn sie den Mund aufmacht, regnet es Rosenblätter vom Himmel.«
»Klasse. Wollen mal sehen, ob wir heute auch so einen Rosenregen abkriegen, was?« Der Jüngere zwinkert dem Älteren spitzbübisch zu.
»Hüte dich, Kleiner Bing. Ihre wunderbare Zunge kann sicher auch Blitz, Hagel und Donner herbeirufen.«
Aber Li hört seinem Kollegen schon gar nicht mehr zu. Auf der Bühne hat die junge Frau ihr langes Haar mit einer koketten Bewegung nach hinten geworfen und zeigt jetzt ihr ganzes Gesicht. Aber dieser Anblick währt nur kurz. Dann gleiten die Haare wieder nach vorn und verhüllen den größten Teil ihrer Züge. Dennoch hat der kurze Moment genügt, um Lis Aufmerksamkeit völlig in Anspruch zu nehmen. Er starrt die Frau im Scheinwerferlicht an, als ob sie von einem anderen Stern käme.
Roula streckt die Hände in die Höhe und absolviert eine graziöse Verbeugung. Ihre Bewegungen verraten, dass sie eine routinierte Schauspielerin ist. Als sie sich für die Anerkennung bedankt und verspricht, in Zukunft noch mehr für den aufsteigenden Drachen zu tun, brandet ihr neuer Beifall entgegen. Alle wissen, sie ist die Heldin der Helden, der Star unter den Angestellten.
Sie ist jetzt schon eine Legende, und man ahnt, dass es bei dieser schönen Frau noch viele Überraschungen geben wird. Denn sie hat etwas Lebhaftes, Unberechenbares, fast Wildes an sich, das sich nie zufriedengeben wird mit der Realität.
Nachdem die Helden – in der einen Hand die glänzenden Drachen, in der anderen die zusammengerollten Anerkennungsschreiben und die roten Tütchen mit Bargeld – die Bühne wieder verlassen haben und zu ihren Plätzen zurückgekehrt sind, geht Dai zu den Aussichten für das kommende Jahr über. »Wir heißen Tenglong, also aufsteigender Drache. Das waren und sind wir. Vor fünf Jahren waren wir noch ganz unbekannt, heute zählen wir zu den fünfzig stärksten Unternehmen des Landes.« Seine Augen leuchten bis in den letzten Winkel des Saals, und seine Worte erfüllen die Mitarbeiter mit Stolz.
»Dieses Tempo wollen wir auch in Zukunft beibehalten. Unser neuer Fünfjahresplan sieht vor, das Unternehmen zu einem internationalen Konzern auszubauen. In zehn Jahren wollen wir so stark sein wie Sony und Bayer zusammen. Das bedeutet, wir werden uns von nun an auch entsprechend präsentieren«, sagt Dai.
Er hebt die Hand. Wieder eilen zwei junge Frauen in bis zur Hüfte geschlitzten Kleidern herbei und enthüllen den übermannshohen, phallischen Turmbau, der bisher fast unbeachtet in einer Ecke der Bühne gestanden hat, auf den sich jetzt aber sämtliche Scheinwerfer richten. Mit einer feierlichen Geste ziehen sie das leuchtend rote Tuch weg.
Ein Hochhausmodell kommt zum Vorschein. Die Fassade glänzt so strahlend blau, als hätte man ein Stück Himmel hineingeschmolzen. Auf dem Dach stehen zwei Drachen aus Kupfer und bilden eine riesige Hohlkugel. Es ist ein futuristischer Anblick, der die Herzen der Zuschauer schneller schlagen lässt.
Auf dem Bildschirm erscheint der Name eines renommierten kanadischen Architekten. Dann wird das Modell eingeblendet. Stockwerk für Stockwerk gleitet eine Kamera an der schlanken Nadel des Bauwerks empor, vom Erdgeschoss bis zur Mobilfunkantenne in hundertachtzig Metern Höhe. Ein geheimnisvolles blaues Licht dringt aus dem Inneren des virtuellen Modells und bringt es zum Leuchten wie einen riesigen blauen Kristall. Niemand zweifelt, dass dieser funkelnde Edelstein magische Kräfte besitzt.
Als das Bauwerk in langsamer Drehung gezeigt wird, scheint die Zauberkraft schon zu wirken. In der Mitte des Turms windet sich ein riesiger silberner Drache aus der Glasfassade und steigt am Gebäude empor. Diese fliegende Aluminium-Skulptur, die sich über sechs Etagen erstreckt, macht das Bauwerk sofort unvergesslich.
»Unser neuer Firmensitz an der Futian-Straße wird eines der modernsten Hochhäuser Chinas sein. Vor zwei Wochen haben wir mit dem Bau begonnen. In einem Jahr wird die Hauptverwaltung dort einziehen können. Dann gehen wir in Hongkong an die Börse und gründen Niederlassungen in den USA, in England, Deutschland und Frankreich. Damit wollen wir der Welt zeigen: Wir Chinesen sind aufgestanden und gehen auf die Welt zu.«
Tosender Beifall. Glänzende Augen verwandeln den Saal in ein glitzerndes Meer. Dais Worte lassen die Wangen erglühen, als hätten die Zuhörer gleichzeitig eine Kriegs- und eine Liebeserklärung erhalten. Wäre der Saal nicht stabil gebaut, müsste man fürchten, dass die Wände vom donnernden Beifall gesprengt werden.
Wie zur Belohnung für die Begeisterung erhalten die Angestellten jetzt kleine Geschenke. Zwei hübsche junge Frauen tragen eine große goldene Kugel herein. Als Dai die Kugel öffnet und Dutzende kleinere Kugeln darin zum Vorschein kommen, brechen die Gäste in Jubel aus. Viele kennen die Kugeln noch vom letzten Jahr. Damals waren leckere Süßigkeiten darin versteckt, in einigen aber lag noch ein Überraschungsgeschenk. Dieses Jahr sind immer noch Bonbons drin, aber die Überraschungsgeschenke sind sehr viel großzügiger als im Vorjahr. Es soll Kugeln geben, in denen kleine goldene Ringe mit Drachen, winzige Weinschalen mit goldenen Fischlein oder silberne Anhänger mit den Schriftzeichen »Glück« oder »Liebe« versteckt sind. »Je mehr Erfolg der Betrieb hat, desto mehr revanchiert er sich bei euch«, sagt Dai und fordert alle zum Feiern auf.
Nun verteilen die Mitglieder der Geschäftsleitung, acht Männer und zwei Frauen, die bislang nur die stumme Kulisse gespielt haben, die Kugeln unter den Gästen. Als sie den Inhalt quer durch den Saal werfen und einen bunten Regen von Süßigkeiten und Geschenken herabfallen lassen, entsteht große Aufregung. Alle strecken die Hand aus oder springen auf, um eine oder mehrere Kugeln zu fangen. Es ist, als wären sie alle zu Kindern geworden, die mit ihrer Familie das Frühlingsfest feiern.
Nur Li Bing hat mal wieder etwas zu meckern. »Ach, ja«, sagt er und steckt unzufrieden ein buntes Bonbon in die Tasche. »Manche Leute kriegen Geschenke, und ich kriege bloß saure Drops. Ich wette, unser Generaldirektor hätte bestimmt einen goldenen Ring und ein goldenes Herz mit ›Viel Liebe‹ bekommen.«
»Da brauchst du dir keine Gedanken zu machen«, erwidert Bairu. »Einen goldenen Ring braucht er nicht. Er ist schon verheiratet. Und seine Frau soll bereits ein saurer Drops sein.«

Nach dem Bonbonregen öffnen sich die Türen und eine Schar von Kellnern strömt aus der Küche mit dampfenden Speisen, Wein und Bier herein. Über den Bildschirm läuft nun die Webseite von Tenglong mit leiser Musik. Einmal ist der Generaldirektor beim Handschlag mit dem Bürgermeister von Shenzhen zu sehen, einmal eine staatliche Auszeichnung für die Produkte der Firma. Obwohl das Internet in China noch ganz neu ist, wirkt die Webseite sehr professionell. Doch die Gäste schauen schon längst nicht mehr hin, sondern konzentrieren sich ganz auf die köstlichen Speisen. Immer wieder ertönen Jubelrufe, wenn etwas Neues gebracht wird.
Als der erste Hunger gestillt ist, gerät der Saal in Bewegung. Viele stehen auf, ein Glas Wein oder Bier in der Hand, und wandern von Tisch zu Tisch, um alten Freunden ein gutes neues Jahr zu wünschen oder neue Kollegen kennenzulernen. Die Mitglieder der Geschäftsleitung schlendern mal hierhin, mal dorthin, und auch der Generaldirektor macht einen Rundgang.
Li Bing und Chen Bairu nutzen die Gelegenheit und wechseln schnell zu Roula hinüber. Diese zeigt sich geschmeichelt und schenkt ihnen ein Lächeln, was die beiden noch mehr entzückt. Doch der Flirt dauert nicht lange. Andere Kollegen, die auch mit der Heldin anstoßen wollen, strömen herbei und drängen die zwei Programmierer zur Seite. Es ist nicht zu übersehen, dass die schöne Roula ein echter Magnet ist.
Generaldirektor Dai beehrt gerade den dritten Tisch mit seinem Besuch, als der Forschungsleiter Gu Wen ihn am Ärmel zupft. Er winkt mit dem Mobiltelefon in der Hand und zieht seinen Chef aus dem Saal. Er ist genauso alt, aber deutlich kleiner als Dai und hat seine stachligen Haare nach oben gebürstet, um etwas größer zu wirken. Das betont allerdings nur seine Pausbacken. Auf dem Korridor ist es leiser. »Eine Neuigkeit aus unserem Laboratorium«, lächelt Gu voller Stolz und drückt dem Generaldirektor das Handy ans Ohr.
»Guten Abend, Generaldirektor«, brüllt eine aufgeregte männliche Stimme. »Wir haben’s geschafft! Der Bruder unseres Gehirnmarschalls ist geboren!« Es ist der Pharmakologe Zhang Xiaonian. Er gehört zu den treibenden Kräften der Firma. Im Hintergrund rufen ein paar Männerstimmen im Chor: »Wir haben’s geschafft!«
Wie ein warmer Strom durchflutet den jungen Unternehmer die Freude, und seine freie Hand schwingt in die Höhe. Seit drei Monaten kämpft die Firma um die Geburt des Gehirnpräsidenten. Aber ständig gab es Probleme. Und jetzt, mit einem Schwupp! ist das Produkt plötzlich fertig.
»Donnerwetter! Der Gehirnpräsident hat sich den besten Zeitpunkt für seine Geburt ausgesucht! Wie habt ihr das hingekriegt?«
»Mit Fleiß und Intelligenz, wie du es uns immer beigebracht hast«, sagt Zhang am anderen Ende der Leitung. »Das Problem mit der schwarzen Farbe ist endlich vom Tisch. Jetzt ist der Sirup genau so, wie wir ihn haben wollten: wie flüssiger Bernstein.«
»Lang lebe der Gehirnpräsident!«, hört Dai den Männerchor rufen.
»Sag mal, wie viele Leute sind eigentlich noch im Labor?«, fragt er ins Handy.
»Ach, Sie wissen ja, abends ist es immer recht dünn besetzt. Heute ist es natürlich noch leerer als sonst. Aber wir sind immer noch genug Leute, um Ihnen das goldene Baby gleich rüberbringen zu können. Ich habe schon ein paar Mitarbeiter auf den Weg zu Ihnen geschickt.«
Dai bedankt sich und gibt dann seinem Forschungsleiter das Handy zurück. Irgendwie ist ihm unbehaglich bei dieser Geschichte. Er erinnert sich noch allzu gut, wie es vor einigen Jahren beim letzten Experiment für den Gehirnmarschall war. Damals waren alle im Kesselraum versammelt, um auf das Ergebnis zu warten: Nicht nur der Forschungsleiter und der Pharmakologe, sondern auch Dai, sein jüngerer Bruder Buddha und sogar Howard. Damals waren sie wirklich noch eine kleine Familie. Heute ist alles viel unpersönlicher und abstrakter. Aber das ist wohl der Preis des Erfolgs.
»Jetzt haben wir noch einen Grund mehr zu feiern, Generaldirektor «, lächelt Gu Wen. Dabei dehnt sich sein Mund wie eine Gummiwurst. Man merkt sofort, dass er ein Mann ist, der sich für schlauer hält als die anderen.
Aber Dai lässt sich kein Lächeln entlocken. »Du hast die Neuigkeit zurückgehalten«, sagt er mit ruhiger Stimme. Gus Lächeln verschwindet und die Gummiwurst wird zur Schnute. Der Forschungsleiter setzt zu einer Verteidigungsrede an. Aber Dai klopft ihm beruhigend auf die Schulter und geht noch ein paar Schritte weiter weg von der Tür, damit die hin- und hereilenden Kellner nichts hören. »Ich weiß, dass du mir eine besondere Freude zum Neujahr schenken willst. Ich freue mich auch ungeheuer«, versichert der Generaldirektor. »Nun sag schon, wann ihr das geschafft habt.«
»So ungefähr vor zwei Wochen«, sagt der Mann mit den Wurstlippen trotzig.
Zwei Wochen! Dabei hat Gu die Entwicklung mit seinen Führungsfehlern ohnehin schon endlos verzögert.Hätte Dai den Kurs seines Forschungsleiters nicht korrigiert, wäre der Gehirnpräsident wahrscheinlich immer noch nicht produktionsreif. Und jetzt, wo das Produkt fertig ist, lässt der dicke Gu wieder zwei Wochen verstreichen. Dai zwingt sich zu einem Lächeln. Die Neujahrsfeier lässt er sich nicht verderben.
»Da war ich gerade in Peking, nicht wahr?«
»Ja, Chef.«
»Schon gut. Aber von nun an möchte ich immer sofort informiert werden, sowohl bei guten als auch bei schlechten Nachrichten, ist das klar?«, sagt der Unternehmer mit erhobener Stimme. Er wartet, bis der Forschungsleiter stumm nickt, dann klopft er ihm zur Versöhnung leicht auf die Schulter. Mit einer Handbewegung gibt er Gu zu verstehen, dass sie besser zu den anderen zurückkehren sollten.
Gu wirft dem Rücken seines Chefs einen stechenden Blick zu. Er hatte eigentlich gehofft, die Erfolgsmeldung würde Dai dazu bewegen, sein Lieblingsprojekt, das Forschungsprogramm »Audiovisuelle Welt« zu genehmigen. Denn er ist fest davon überzeugt, dass die Zukunft der Firma in der Softwareentwicklung liegt und nicht bei diesen blöden Kräutern und Säften. Aber Dai zögert bei der Entwicklung von Softwareprogrammen. Er findet, es sei noch nicht abzusehen, welche Geräte und welche Systeme in Zukunft im Vordergrund stehen werden. Gu hat die Neuigkeit über den Gehirnpräsidenten extra für heute zurückgehalten, weil er hoffte, Dai damit fröhlich zu stimmen und eine Zusage für sein neues Projekt zu erhalten. Aber mit einem aus Bambus geflochtenen Korb kann man kein Wasser holen. Gu muss feststellen, dass er Dais Misstrauen geweckt hat.
»Werden Sie die Neuigkeit jetzt bekannt geben?«, fragt er mit unterdrückter Unzufriedenheit, und trabt eilig hinter dem Chef her.
»Das machen wir gemeinsam«, sagt Dai. »Ich verkünde das neue Produkt, und du erzählst ein wenig von seiner Entstehung.«
»Da Sie uns ohnehin durchschaut haben, will ich Ihnen nichts mehr verheimlichen. Ich habe schon ein paar Probefläschchen in meinem Dienstwagen. Soll ich sie holen?«
Dai grinst. »Ja, bitte. Und bring mir heute noch den Ordner mit den wichtigsten Daten. Wir müssen zusehen, dass wir der Presse bald eine rührende Geschichte über die Geburt des neuen Produkts liefern.«

Die Vorstellung des Gehirnpräsidenten bringt die Neujahrsfeier noch einmal richtig auf Touren. Begeistert werden die goldverzierten Fläschchen bejubelt. Natürlich wird der Generaldirektor als erster zur Probe gebeten. Die zufriedene Miene, die er nach einem Schluck der bernsteinfarbenen Flüssigkeit zeigt, lässt die anwesenden Mitglieder der Forschungsabteilung einen Freudenschrei ausstoßen.
Da der Gehirnpräsident genau wie sein Vorgänger ein reines Naturprodukt ist und keinerlei Nebenwirkungen haben soll, wollen ihn die Mitarbeiter im Saal jetzt ebenfalls kosten. Doch die wenigen Fläschchen, die Gu mitgebracht hat, reichen nicht einmal für einen Tisch. Es wird angeordnet, dass die Anwesenden an den Proben nur riechen dürfen. Anschließend sind sie gleich weiterzureichen.
Als eines der hübschen Fläschchen bei Li Bing ankommt, hält er sich den Sirup drei-, viermal an die Nase und erweckt den Eindruck, als könnte er sich gar nicht mehr davon trennen. Erst auf Drängen seines Tischnachbarn macht er Anstalten, die kostbare Probe weiterzureichen. Doch im letzten Augenblick zieht er sie wieder zurück, setzt sie an den Mund und nimmt einen kräftigen Schluck aus der Flasche.
»He, was soll das?«, rufen die anderen. Aber Li kümmert sich gar nicht darum. Er schluckt und schluckt, und als er die Augen wieder aufmacht, tastet er an seinem Kopf herum, als wäre dieser ihm völlig fremd.
»Komisch«, sagt er mit großen runden Augen. »Mein Kopf ist plötzlich so offen. Ich kann ihn gar nicht mehr zukriegen.«
Die anderen lachen. Denn dass der Sirup angeblich gegen Gehirnverstopfung gut ist, darüber hat Forschungsleiter Gu Wen sich in seiner großen Rede gerade des Langen und Breiten geäußert.
»Li Bing«, sagt Chen Bairu, »ehe du hier Gehirndurchfall kriegst, solltest du schleunigst an deinen Arbeitsplatz rennen. Vielleicht schaffst du’s ja heute noch, ein Programm zu schreiben, mit dem man sämtliche chinesische Gebrauchsanleitungen auf Knopfdruck ins Englische, Deutsche und Russische übersetzen kann. Dann stehst du nächstes Jahr auch als Held auf der Bühne!«
»He, wieso soll ich noch die Sklavenarbeit verrichten?«, erwidert Li. »Ihr habt gesehen, Generaldirektor Dai hat den Zaubertrank als Erster bekommen, dann ich. Also ist er der Gehirnpräsident. Ich habe zwar ein kleineres Gehirn als der Chef, aber für den Vize-Gehirnpräsidenten genügt es.« Li zeigt mit dem Finger auf seinen Freund und nimmt den typischen, bestimmenden Ton eines Kaders an: »Bairu, du darfst heute Nacht ins Büro gehen und die gewünschte Software entwickeln.« Am Tisch bricht Gelächter aus, und Dai Xingkong hat einen weiteren Spitznamen weg: der Gehirnpräsident.

Im Tumult der Geselligkeit ist Roula von ihrem Platz aufgestanden und schlendert mal zu diesem, mal zu jenem Tisch, um ein paar Worte mit Kollegen zu wechseln. Aber während sie mit ihnen redet, wandert ihr Blick immer wieder zu jenem Tisch, wo Dai jetzt wieder sitzt. Im Augenblick scheint er in ein Gespräch mit zwei seiner engsten Vertrauten vertieft.
Nach einer Weile steht einer der Männer auf und wechselt zu einem anderen Tisch. Roula hält die Gelegenheit für günstig und segelt mit einem schelmischen Lächeln zu Dai. »Also wirklich, Herr Dai! Heute Morgen bei dem kleinen Empfang in Ihrem Büro haben Sie uns nicht mal ahnen lassen, dass wir heute schon das neue Starprodukt zu Gesicht kriegen werden«, sagt sie kokett und bringt die Blume an ihrem Busen zum Zittern.
»Hüten Sie Ihre Geheimnisse alle so gut?«
»Ah, die neue Herausforderung kommt Ihnen bestimmt gerade recht«, sagt Dai und versucht, Schwung in seine Stimme zu legen.
»Sie sehen ganz zauberhaft aus.«
»Das ist der warme Frühlingswind Ihrer Ideen, der uns verändert «, sagt Roula und neigt den Kopf. »Sie bringen uns alle zum Blühen.«
Der Mann neben Dai ist Sheng Howard, die Nummer zwei im Betrieb und Dais bester Freund. Sie kennen sich schon von der Uni in Kanton. Ihn stört es seit langem, dass Dai keine Frau hat, die sich um ihn kümmert. Er macht sich Sorgen um seinen Freund. Seit Suo Lanni, seine Frau aus Henan, ihn vor fünf Jahren verlassen hat, weil sie glaubte, er sei ein Versager, führt Dai ein unruhiges Junggesellenleben, das seiner Gesundheit nach Ansicht von Howard nicht guttut. Roula ist eine intelligente Frau. Sie wäre eine gute Partnerin für seinen Freund. Bei diesem Gedanken steht Howard auf, sagt, er müsse ein paar Kollegen gratulieren, und überlässt der jungen Frau seinen Platz.
Roula setzt sich dicht neben den Chef und erkundigt sich nach den Plänen für den Gehirnpräsidenten. Dai kommt die Frage ganz gelegen. Mit kurzen Sätzen skizziert er seine Strategie für das neue Produkt. Roula scheint sehr begeistert zu sein und hängt fast an Dais Lippen. Einmal lacht sie so laut und entzückt, dass die Kollegen am Nebentisch aufschauen und einen verwunderten Blick auf Dai werfen. Dass ihr Arbeitgeber auch Frauen amüsieren kann, ist ihnen bisher nicht aufgefallen. In der Firma gilt er als Arbeitstiger, den Frauen kaum interessieren. Sogar von einer gewissen Scheu ist die Rede.
Die kleine Unterhaltung dauert denn auch nicht lange. Zwei Männer in dunklen Anzügen bahnen sich einen Weg durch die Menge und kommen zielstrebig auf Dai zu. Der eine ist Howard, der eben noch neben Dai gesessen hat. Der andere ist Dai Xingyang, der jüngere Bruder von Dai und Verwaltungschef von Tenglong. Wegen seines sanften, fast rätselhaften Lächelns wird er meist »Buddha« genannt. Dai und Buddha haben dieselben Eltern und sind auch gleich groß, aber im Körperbau sind sie völlig verschieden. Im Gegensatz zu seinem vier Jahre älteren Bruder hat Buddha breite Schultern und kräftige Fäuste.
Er beugt sich zu seinem Bruder hinunter und flüstert ihm etwas ins Ohr. Sein Gesicht lässt vermuten, dass etwas Unangenehmes passiert ist.
Der Generaldirektor entschuldigt sich bei Roula und verlässt mit den beiden Männern den Saal. Sie ziehen sich in ein kleines Nebenzimmer zurück und schließen die Tür hinter sich. Auf dem Tisch stehen ein paar leckere kalte Speisen bereit, doch niemand rührt sie an.
»Also, was ist passiert?«, fragt Dai mit ernstem Gesicht.
»Sie haben einen von unseren Männern fast totgeschlagen«, sagt Buddha und lässt seine Faust auf den Tisch krachen.
»Jetzt werd’ mal ein bisschen genauer«, sagt Howard. »Die Einzelheiten sind wichtig.«
Langsam, von Wut und Erregung geschüttelt, erzählt Buddha, was er gerade gehört hat. Heute Nachmittag, kurz vor Einbruch der Dämmerung, hat einer von Tenglongs Vertretern in Yichang, einer großen Kreisstadt in der Provinz Hubei, über eintausend Kilometer von Shenzhen entfernt, auf dem Platz des Volkes einen verdächtigen Lastwagen entdeckt. Auf der Ladefläche standen zwei Männer und haben den Passanten bekannte Medikamente zu Schleuderpreisen verkauft. Der Vertreter alarmierte per Handy zwei von Buddha Dais Leuten, die sich schon seit Wochen in der Gegend aufhielten, um die Filialen der Firma zu kontrollieren und den Markt zu beobachten.
Die beiden Männer fuhren zum Markt, kauften eine Packung Gehirnmarschall von den fliegenden Händlern und stellten bald fest: Das Produkt war gefälscht. Die Verpackung sah der des Originals täuschend ähnlich, aber es fehlten bestimmte Sicherheitsmerkmale. Wie viele Packungen der Fälschung schon verkauft worden waren, ließ sich schwer feststellen, aber als Buddhas Männer erschienen, war der Lastwagen nur noch halb voll.
Buddhas Männer alarmierten die Polizei, aber die Beamten erklärten, sie hätten während der Neujahrstage zu viel zu tun, um sich um solche Lappalien zu kümmern. Man könne ja in drei, vier Stunden mal eine Streife vorbeischicken.
Vier Stunden! Da wären die fliegenden Händler längst weg, das war klar. Außerdem wäre es dann endgültig dunkel. Buddhas Männer waren jung wie die Kälber und kannten noch keine Angst. Sie beschlossen, auf eigene Faust vorzugehen.
In einem dunklen Winkel legten sie amtlich aussehende rote Armbinden an, auf die sie »Stadtverwaltung« geschrieben hatten. Dann gingen sie auf einen der Händler los, hielten ihn fest und warfen ihm lauthals Betrug und Mithilfe bei einer Produktfälschung vor.
Sofort waren sie von Schaulustigen umgeben. »Du kommst mit zur Polizei«, riefen die Männer von Buddha Dai und wollten den Gefangenen wegzerren.
Aber da stürmten die anderen Schwarzhändler wie eine Schar Raben herbei und schlugen mit Fäusten und Knüppeln auf Buddha Dais Leute ein. Der eine konnte gerade noch flüchten, der andere blieb bewusstlos am Boden liegen. Als sein Kollege im Schutz der Dunkelheit zum Ort der Auseinandersetzung zurückkehrte, um nach ihm zu suchen, war der Lastwagen samt den Verkäufern verschwunden. Zum Glück gaben einige der übrigen Händler dem Mann die richtigen Hinweise, sodass er den Kollegen bald fand. Der Verletzte wurde ins Krankenhaus eingeliefert. Seine Platzwunden im Gesicht und am Hinterkopf mussten genäht werden.
Es ist das erste Mal, dass ein Tenglong-Mitarbeiter von Gegnern absichtlich verletzt worden ist. Dai runzelt die Stirn, steckt sich eine Zigarette an und überlegt.
»Wir sollten keine direkte Auseinandersetzung mit Fälscherbanden mehr suchen, jedenfalls nicht, wenn wir zahlenmäßig unterlegen sind«, sagt er zu seinem jüngeren Bruder. »Bring den Kollegen unser Bedauern zum Ausdruck und zahl den beiden eine Prämie für ihre Tapferkeit aus. Aber nicht zu viel. Ihr Leichtsinn darf nicht belohnt werden, sonst sind bald noch mehr Leute im Krankenhaus.«
Dann wendet er sich an Howard. »Die Verbraucher müssen vor diesen Fälschungen gewarnt werden.«
»Du meinst, ich soll eine Pressemitteilung rausgeben?« Howard trägt sein schwarzes Haar gescheitelt und wirkt sehr elegant. Wer ihn zum ersten Mal sieht, könnte meinen, da stünde ein Mann, der in Oxford gewesen ist. Tatsächlich hat er zwei Semester in Bristol studiert. Seit er zurück ist, trägt er den Spitznamen »Gentleman«. Gegenwärtig ist seine wichtigste Aufgabe der Bau der neuen Firmenzentrale. Die Pressearbeit macht er nur nebenbei.
»Nein, keine Pressemitteilung der Firma. Die beiden Opfer sollen die Medien informieren. Der Überfall ist interessant genug für einen Bericht.«
»Gut. Ich werde das arrangieren«, sagt Howard und steckt sich ebenfalls eine Zigarette zwischen die Lippen. »Aber das ist natürlich nur eine lokale Story. Überregionale Medien werden nicht anbeißen.«
»Du kannst sie ja mit ein paar zusätzlichen Informationen füttern. Ruf ein paar Leute an, erzähl ihnen von der Geschichte«, sagt Dai.
»Wie wäre es, wenn wir selbst eine Warnung vor Fälschungen als Werbespot bringen?«, sagt Buddha.
»Das ist ein alter Hut, das machen fast alle Hersteller«, sagt Dai.
»Aber was sollen wir unternehmen, um die Fälscher zu stoppen?«, fragt Buddha. »Wir können doch nicht zulassen, dass diese Parasiten uns aussaugen?«
»Ach, lass uns morgen darüber reden«, sagt Dai. »Heute Abend wollen wir feiern.« (…)